Das Forschungsprojekt-Team: Christoph Linhardt, wissenschaftl. Mitarbeiter der Universität Bayreuth (2.v.l.) zusammen mit Dr. Nils Schindzielorz (l.), Dr. Sascha Altschäffl und Dr. Bernd Klöckl (r.)

Mehrjähriges Power-to-Gas-Projekt: TenneT setzt auf Unterstützung der Universität Bayreuth

Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet TenneT häufig mit Universitäten und Technischen Hochschulen zusammen. „Für eine Kooperation mit der Uni Bayreuth haben wir jedoch spezielle Anknüpfungspunkte gesucht und im Bereich Power-to-Gas gefunden“, so Dr. Bernd Klöckl, Manager Netzplanung Deutschland bei TenneT. Umgesetzt wird das Forschungsprojekt von Christoph Linhardt vom Zentrum für Energietechnik (ZET) an der Universität Bayreuth. Für drei Jahre finanziert TenneT das gemeinsame Projekt, das von den Lehrstühlen Technische Thermodynamik und Transportprozesse, Prof. Brüggemann, sowie Chemische Verfahrenstechnik, Prof. Jess, betreut wird.

Es geht um Grundlagenforschung für die Energiewende. Konkret um die Modellierung des Power-to-Gas-Prozesses und dessen Einfluss auf die künftige Planung des Stromnetzes. Mit dem Thema Prozessmodellierung hatte Linhardt sich bereits vorher beschäftigt – nur geht es nun nicht um Dieselersatzkraftstoff, sondern um Power-to-Gas (P2G): Die Umwandlung von Erneuerbaren Energien in synthetisches Gas, das – im Gegensatz zu Strom – auch in großen Mengen gut speicherbar ist. „Speichertechnologien wie diese spielen für die Energiewende eine elementare Rolle“, betont Linhardt.

Ein Modell für die Netzplanung

Das Problem: „Es gibt noch keinen passenden Ordnungsrahmen, obwohl das Potenzial von Power-to-Gas auf der Hand liegt“, erklärt Bernd Klöckl. Umso wichtiger sei es, den technischen und ökonomischen Prozess von der Methanisierung bis zur Anbindung an das Stromnetz im Rahmen des Uni-Projektes abzubilden. „Am Ende sollte ein Modell stehen, mit dem wir verschiedene Netzszenarien berechnen und den Netzplanungsprozess durch die Schnittstelle Strom und Gas verbessern können“, subsumiert Linhardt.

Bis dahin muss er aber noch einige weitere Faktoren beleuchten: Mitunter offene Fragen zur Wasserstoff- und Methanerzeugung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für P2G. Unterstützt wird Christoph Linhardt dabei von den TenneT-Netzplanern Dr. Nils Schindzielorz und Dr. Sascha Altschäffl. Das Projektziel ist auch für sie eindeutig: Die Energiewende in einer Bayreuther Kooperation voranbringen, indem Power-to-Gas in der Netzplanung auf ein wissenschaftlich quantifizierbares Fundament gestellt wird.

Warum Power-to-Gas?

Angesichts des weiterhin steigenden Anteils von Strom aus Erneuerbaren Energien kann Power-to-Gas neben dem Stromnetzausbau einen weiteren Baustein zur Realisierung der Energiewende bilden. Überkapazitäten von aus Erneuerbaren Energien erzeugtem Strom, beispielsweise aus Offshore-Windkraftanlagen im Norden Deutschlands, können durch die Umwandlung in Gas gespeichert werden. Das führt nicht nur zu mehr Flexibilität im Stromnetz, sondern auch zur Nutzung des Gases in anderen Bereichen, z.B. für Wasserstoff-Tankstellen oder in der chemischen Industrie.

Scroll to Top