Wolfram Münch Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth
Foto: Sparkasse Bayreuth

„Zum Auftakt des neuen Jahrzehnts sind die Chancen auf steigende Zinsen nach wie vor gering. Möglicherweise bleiben die Zinsen noch die nächsten Jahre auf diesem Niveau“, sagt Wolfram Münch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth und ergänzt: „Eine Umkehr bei der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist derzeit nicht in Sicht.“

Von Draghi zu Lagarde: auf absehbare Zeit sehr expansive Geldpolitik

Der Wechsel an ihrer Spitze wird aus heutiger Sicht mittelfristig keine Veränderung bei der lockeren Geldpolitik der EZB zur Folge haben. Der Kreditzins für Geschäftsbanken liegt seit März 2016 bei 0,0 % auf Eis. Für überschüssiges Geld müssen die Banken und Sparkassen seit September 2019 sogar 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Diese Entwicklung ist aber höchst gefährlich.

Jahrzehntelang waren Kapitallebensversicherungen eine sichere und rentierliche Geldanlage für das Alter. Viele Selbständige setzten bei ihrer persönlichen Ruhestandsplanung sogar gänzlich auf diese Anlageform. Aufgrund der regelmäßigen Sparbeiträge und des Zins(eszins)effekts kamen über die Jahre ansehnliche Auszahlungen bzw. Rentenzahlungen zustande, ohne dass erhebliche Risiken eingegangen werden mussten.

Private Altersvorsorge als langfristige Vermögensbildung massiv betroffen

Was aber, wenn dieser Effekt aufgrund niedriger Zinsen quasi entfällt? Dann kann so mancher Traum vom sorglosen Ruhestand platzen, weil der angesparte Betrag viel niedriger als erwartet ausfallen und durch die Inflation sogar teilweise aufgezehrt werden könnte.

Die private Altersvorsorge gerät somit in Gefahr und das in Zeiten, in denen jeder Fachmann zu einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge rät.

Natürlich weichen Geldanleger in einer solchen Situation auf Anlagen aus, die eine höhere Rendite versprechen. Deshalb ist beispielsweise auch die Nachfrage nach Immobilien – ganz gleich, ob neu oder gebraucht – in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Aber die Nachfrage bestimmt auch den Marktpreis. So konnten wir ebenso verfolgen, dass die Preise für Immobilien und Mieten deutlich anzogen. Dieser Trend wird sich sicherlich auch noch eine ganze Weile fortsetzen. Leider ist diese Entwicklung problematisch.

Familien und Alleinstehenden mit geringem Einkommen fällt es zunehmend schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Sofern sie dennoch Eigentum erwerben, könnte ein unerwarteter Zinsanstieg das Darlehen nach Ablauf der Zinsbindungsphase deutlich verteuern und sollte es zum Platzen einer Immobilienblase kommen, droht ein teilweiser Vermögensverlust. Was also tun?

Kompetente persönliche Beratung ist wichtig

Zunächst sollte man sich seine ganz persönlichen Ziele vor Augen führen und dann mit einem Finanzberater vor Ort in einem ganz persönlichen Gespräch klären, wie diese Ziele effizient erreicht werden können.

Vielleicht muss es ja gar nicht immer die ganze Immobilie sein, sondern die monatliche Anlage eines überschaubaren Geldbetrages in einem Immobilienfonds. So partizipiert man auch an der Renditeentwicklung des Immobilienmarktes, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen. Das so angesammelte Kapital könnte dann einmal als Grundstock für den eigenen Hausbau dienen.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten der Geldanlage. In Zeiten von niedrigen Zinsen ist es mehr denn je erforderlich, sich Gedanken über die richtigen Produkte zu machen. Dabei hat die alte Faustregel, nicht alles auf nur ein Pferd zu setzen mehr Gültigkeit denn je: „der Mix macht’s“.

 

Testen Sie uns!

Um den persönlichen Rendite- und Anlagemix zu finden, sind die Beraterinnen und Berater Ihrer Sparkasse Bayreuth gerne für Sie da.

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