Neustart unter besonderen Bedingungen: Anfang November beginnt an der Universität Bayreuth das neue Semester

Zum Wintersemester, das Anfang November beginnt, rechnet die Universität Bayreuth wieder
mit über 13000 Studierenden.
Foto: Universität Bayreuth

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf das Studium an der Universität Bayreuth. Prof. Dr. Martin Huber, Vizepräsident Studium und Lehre der UBT und Sprecher der Vizepräsidenten Lehre bei Universität Bayern e.V.,
erläutert im Interview, wie die Vorbereitungen auf das neue Semester laufen und welche Veränderungen es für Studierende, Lehrende und Mitarbeiter gibt.

Wie laufen die Vorbereitungen für das kommende Semester?

Prof. Dr. Martin Huber: Im Sommersemester haben die bayerischen Universitäten gezeigt, dass sie Onlinelehre können. Allen Lehrenden und Studierenden ist aber auch deutlich geworden, dass für die Universität als ein lebendiger Ort des Forschens, Lehrens und Lernens Interaktion und persönliche Begegnung unverzichtbar sind.

Seit Beginn der Corona-Pandemie tauschen sich die Verantwortlichen für Digitales, IT, Lehre und Studium und aller verwandten Bereiche der Universität Bayreuth kontinuierlich aus. So entstand ein Konzept, das für das Wintersemester 20/21 ein Maximum an Präsenzlehre unter den schwierigen Bedingungen der geltenden Abstands- und Hygieneregeln ermöglicht und die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten optimal einsetzt.

Wie viele Studierende haben sich eingeschrieben?

Zum jetzigen Zeitpunkt sind unsere Zahlen noch nicht aussagekräftig, da sich erfahrungsgemäß viele Studierende erst kurz vor dem Vorlesungsbeginn zurückmelden oder immatrikulieren. Was wir (Stand heute) sagen können: Wir rechnen zum Vorlesungsstart am 2. November mit rund 3.000 Erstsemestern (Studienanfänger und Studierende im 1. Fachsemester Master oder Bachelor) und mit insgesamt rund 13.000 Studierenden.

Das Semester beginnt ein paar Wochen später. Was ist der Grund hierfür?

Das Wissenschaftsministerium hat dies entschieden. Der Grund liegt auf der Hand: Das Sommersemester 2020 wurde verlängert, der Start des anschließenden Wintersemesters daher angepasst. Das kommende Wintersemester 20/21 endet regulär am 12. Februar 2020.

“Wir alle haben gelernt, als Institution agil zu reagieren und neue Wege zu gehen.”

Prof. Dr. Martin Huber,
Vizepräsident Studium und Lehre der UBT und Sprecher
der Vizepräsidenten Lehre bei Universität Bayern e.V.

Wie reagiert die Universität Bayreuth auf die aktuelle Corona-Situation? Was ändert sich für die Studierenden und die Lehrenden?

Wir planen ein Präsenzsemester mit unterschiedlich hohen digitalen Anteilen, das ein vollständiges und qualitativ hochwertiges Studienangebot mit den notwendigen Schwerpunktsetzungen ermöglicht. Unsere Studierenden sollen in ihrem Studienfortschritt keine Nachteile durch die Pandemie-Maßnahmen erleiden müssen. Dafür weiten wir die Vorlesungszeiten aus: Lehrveranstaltungen können von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 22 Uhr stattfinden, in Einzelfällen auch an Samstagen.

Zusätzlich priorisieren wir bei den Nutzergruppen: Bachelor- und Master-Erstsemester brauchen die Möglichkeit, den Campus und die universitäre Lebens- und Arbeitsweise vor Ort kennenzulernen. Sie haben die höchste Priorität bei der Planung und werden soweit wie möglich in Präsenzform in den Studienbetrieb integriert. Zusätzlich bieten wir für Erstsemester in der Woche vor dem Beginn der Vorlesungszeit, also in der Zeit von 26.10. bis 30.10.2020, speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Einführungsveranstaltungen an. Daneben haben Studienformen und Abschlussarbeiten mit vorgeschriebenen Präsenzanteilen vor Ort, u.a. Laborpraktika und praktische Übungen, Vorrang. Studierende, die sich auf den Abschluss ihres Studiums vorbereiten, erhalten ebenfalls mit Priorität Zugang zu Präsenzveranstaltungen und der unterstützenden Infrastruktur (z.B. Bibliotheken).

Für alle anderen Personengruppen und deren Veranstaltungen werden nach Möglichkeit unter Ausschöpfung der erweiterten Lehrzeiten didaktisch geeignete Mischformen aus synchroner und asynchroner, digital unterstützter und analog durchgeführter Lehre angeboten, die sich an den Größen und Verfügbarkeiten der Räume orientieren. Sofern nicht anders umsetzbar, werden auch rein digitale Veranstaltungen angeboten.

Wichtig ist uns auch, zu betonen, dass wir die allgemeinen Regeln den gesetzlichen Vorgaben kontinuierlich anpassen. Dazu zählt z.B. die Pflicht, in den Gebäuden eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Außerdem weisen wir natürlich weiterhin auf den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen, Hygieneregeln, Lüften, Vermeidung von Körperkontakt und ähnliches hin.

Wie gehen aus Sicht der Universität sowohl die Studierenden als auch die Mitarbeiter mit der Situation um? Gibt es auch Vorteile?

Die Pandemie hat uns alle stark herausgefordert und uns als Universität zusammen mit den Studierenden in den letzten sechs Monaten verändert. Wir alle haben gelernt, als Institution agil zu reagieren und neue Wege zu gehen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Möglichkeit des Homeoffice, für die Studierenden werden ein höheres Maß an Ortsunabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Studientempo bei der digitalen Lehre als Gewinn bleiben.

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