Triale Studentin Selina Matusche aus Bayreuth ist die beste Metallbau-Gesellin der Kreishandwerkerschaft Kulmbach

Sie war im Jahr 2021 eine der ersten Studentinnen des trialen Studiums Handwerksmanagement B.A., das die HWK für Oberfranken zusammen mit der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) erstmalig in Bamberg angeboten hat. Seit dem Start war Selina Matusche sehr erfolgreich. Nicht nur dass sie nun mit dem Gesellenbrief im Metallbauerhandwerk den ersten von drei Abschlüssen in der Tasche hat. Mit einer Eins vorm Komma gehört sie zu den besten Junggesellinnen und Junggesellen ihres Jahrganges.

Gesellenstück Selina Matusche
Selina Matusche ist stolz auf ihr Gesellenstück – eine Miniatur-Werkbank aus Metall. Foto: HWK für Oberfranken

Trotz der Mehrfachbelastung – Arbeiten im Betrieb, Berufsschule, überbetriebliche Ausbildungseinheiten und Vorlesungen an der FHM – hat die 25-jährige Bayreutherin die erste Stufe ihres Studiums bestens geschafft. „Bisher konnte ich alle Verpflichtungen gut vereinbaren“, sagt Selina Matusche. „Ein gewisses Maß an Terminkoordination und Disziplin gehört aber schon dazu, um die wöchentlich stattfindenden Vorlesungen – unter der Woche online und am Wochenende in Präsenz – mit der Arbeit im Betrieb und der Berufsschule passend unter einen Hut zu bringen.“

Für sie ist das Triale Studium nach wie vor eine vernünftige Entscheidung, weil sie damit die Chance hat, in der kurzen Zeit von fünf Jahren gleich drei Abschlüsse zu erreichen: Gesellenbrief, Meisterbrief und Bachelor-Abschluss. Die Kombination aus Handwerkspraxis und den theoretischen Vorlesungen an der Hochschule hat sie gut im Griff. „Der Mehraufwand steigt von Semester zu Semester, daran gewöhnt man sich aber Stück für Stück“, so die Nachwuchshandwerkerin.

Auch die nächsten Bausteine möchte sie step by step angehen. Dieses Jahr arbeitet sie noch als Gesellin im elterlichen Betrieb. Ab Januar 2024 startet dann die Meisterschule an der HWK für Oberfranken in Bayreuth. Die organisatorischen Vorbereitungen dafür sind schon in vollem Gange. „Ich will den Vollzeitkurs etwas strecken und den Meisterbrief nach eineinhalb Jahren in der Tasche haben“, skizziert die junge Metallbauerin ihren weiteren Plan. Zum krönenden Abschluss folgt dann am Ende noch der Bachelor-Abschluss an der Fachhochschule.

„Die Praxis ist mir ganz wichtig“

Was Selina Matusche auszeichnet, ist ihr fester Blick nach vorne. Auch mit dem Titel Bachelor of Arts (B.A.) Handwerksmanagement, will sie ihrem Handwerk treu bleiben, weil sie nach wie vor die Vielfalt als Metallbauerin begeistert: „Sägen, bohren, biegen, schweißen und polieren an unterschiedlichen Materialien für die individuellen Kundenwünsche, macht mir einfach Spaß“, sagt die 25-jährige. „Zudem kann ich mein Produkt von der Idee am Anfang bis zur Installation beim Kunden am Ende während des gesamten Prozesses begleiten. Das passiert in der Industrie nicht.“

Auch für die Zeit nach der geplanten Übernahme des elterlichen Betriebs Hans Hacker Stahl- und Leichtmetallbau e.K. von ihrem Vater hat Selina Matusche schon klare Vorstellungen: „Organisatorisch muss sich etwas ändern, damit ich nicht eine 70-Stunden-Woche in den Betrieb investiere. Und: Ich möchte auf jeden Fall auch in der Werkstatt weiterarbeiten und als Inhaberin meinen Arbeitstag nicht nur im Büro verbringen. Die Praxis ist mir unheimlich wichtig!“

Weitere Infos zum Trialen Studium unter www.hwk-oberfranken.de/trialesstudium.

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